Willkommen, Bienvenue, Welcome II

Morgen um 11 ist es endlich soweit, wir kommen in Zwickau an und laden euch herzlich ein zur Matinee.

Im Malsaal werden wir über über Anne Frank reden, über Frids Oper, unsere Gedanken und Arbeitsprozesse. Außerdem geben euch Jana und Maxim schon mal eine musikalische Kostprobe.

Also kommt vorbei, bevorzugt im Morgenrock 😉

Matinee, die [lat.-fr.]
I. die; …en: künstlerische Morgenunterhaltung, -darbietung, Vormittagsveranstaltung
II. das; -s: (veraltet) Morgenrock

 

Besuch bei Anne

Vorletzten Donnerstag ging es für mich auf eine vorerst letzte Anne-Mission. Meine Mutter und meine Großeltern wollten sich gern mit mir die Oper angucken. Sie interessieren sich für Vieles, was mit Kunst und Musik zu tun hat, und vor allem meine Großeltern sind in diesem Zusammenhang auch sehr offen und jung geblieben. Auf meinen Vorschlag hin fuhren wir deshalb nach Plauen, um uns eine Vorstellung von Das Tagebuch der Anne Frank anzusehen.

Ich hatte vorher nicht allzu viel über die Produktion berichtet. Alle drei erwarteten deshalb eine mehr oder weniger realistische Darstellung von Annes Leben – und wurden überrascht. Diese Überraschung schlug bald um in gebanntes Verfolgen, als die Oper ihren Lauf nahm.

Ich verlor währenddessen die Zeit aus den Augen und so ging es, glaube ich, auch meinen drei Begleitern. Gefesselt, sprachlos und dennoch unruhig saßen sie auf ihren Stühlen und brauchten nach dem langen Applaus noch einige Zeit, wieder zu sich zu kommen.

Was mich angeht, wie ihr aus meinen ersten Blogeinträgen noch herauslesen könnt, war ich am Anfang skeptisch. Meine Erwartungen waren ähnlich zu denen der Premierenklasse: generell wäre doch eine „realistische“ Darstellung besser als eine abstrakte … Oder?

Das Thema berührt an sich schon ungemein. Doch in dieser Oper, in dieser Umsetzung, wird es umso extremer. Eben weil es persönlicher wird, weil Jana und Julia in ihrer Rolle nicht nur kühl von Anne Franks Leben erzählen, sondern der Zuschauer Höhen und Tiefen ihrer Zeit miterlebt und Anne leibhaftig vor sich stehen sieht.

Natürlich sind Filme, die Anne Franks Leben im Hinterhaus real und dokumentarisch darstellen, auch wichtig. Doch Theater hat ganz andere Darstellungsmöglichkeiten. Theater kann auch abstrakt darstellen, und die Oper Das Tagebuch der Anne Frank erzählt zusätzlich mit der Musik des Orchesters.

Das Besondere an diesem Stück ist also, wie ich finde, dass es eben nicht „gewöhnlich“ wie viele der Filme über Anne ist. Es ist nicht so, wie man es erwartet. Es wurden so viele Gedanken, Überlegungen und Interpretationen eingearbeitet, dass es auf eine unangenehme Weise begeistert.

Meine Großeltern haben gesagt, es war ein guter Gedankenanstoß, sie reden immer noch darüber. Auch meine Mama sagte mir erst heute Vormittag, dass das Stück sie noch beschäftige.

Und genau das soll es doch bewirken, meiner Meinung nach. Nicht wie ein schwerer Brocken im Magen liegen und ein Thema sein, was man vermeiden möchte. Sondern eher etwas, das zum Nachdenken anregt – damit man Anne und ihre Geschichte nicht vergisst.

Ein Plakat! Ein Plakat!

Wir haben einen Gewinner!!

anne frank_plakat-03

Das Gewinnermotiv unseres Plakatwettbewerbs ist inzwischen von unserer Theatergrafikerin bearbeitet und wird schon bald in Plauen (und ab dem neuen Jahr in Zwickau) zu finden sein. Sieht es nicht toll aus?

Die Gewinnerinnen sind Anna Cortes und Emilia Bauer aus der 8. Klasse des Diesterweg-Gymnasiums. Sie erhalten jeweils ein Jugendabo sowie Karten zu unserer Premiere am 28. Oktober. Herzlichen Glückwunsch euch beiden!

Die übrigen, ebenfalls wunderbaren Entwürfe werden ab dem 23. Oktober im Vogtlandtheater ausgestellt. Kommt vorbei und schaut sie euch an. Es lohnt sich!

 

Und? Wie war’s?

Wie bereits von Nelly angekündigt, haben wir ein paar O-Töne unserer Premierenklasse eingefangen. Die wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten:

probenbesuch_premierenklasse_anne_frank_03kl

Alina:

Lisa:

Rosalie:

Pauline:

Das klingt erst mal nicht schlecht. Aber natürlich wollen wir uns auf den Lorbeeren nicht ausruhen. Also weiter geprobt!

Und ob sich das mit dem Tablet szenisch einlöst, dass müsst ihr in der Vorstellung selbst entscheiden. Wir sind gespannt!