Wer war Anne, wer ist Anne?

Anne Frank – ihr Name verkörpert so Vieles.

Leider wurde ich von meiner Schule kaum an das Thema herangeführt. Beim Thema 2. Weltkrieg wurde ihre Geschichte kurz erwähnt, all die schlimmen Dinge erzählt – und schnell weiter zum nächsten Thema. Deshalb war Anne Frank für mich immer eins der vielen Schicksale, jedoch zu weit weg, um alles wirklich zu begreifen.

Erst als mir zum Geburtstag das Hörbuch zu Anne Franks Tagebuch geschenkt wurde, kam ich wieder mit dem Thema in Berührung. Ich hörte die ersten paar Seiten, und hörte nicht wieder auf damit. Es fesselte mich, wie Anne geschrieben hatte, wie sie keine reine Dokumentation des Kriegs wiedergab, was ich bisher gewohnt war. Man erlebte Annes Leben mit ihr, wie sich alles entwickelte und zuspitzte.

Jetzt, wo ich die Produktion zu Das Tagebuch der Anne Frank im Theater begleiten darf, sehe ich alles noch einmal von einer ganz anderen Seite. Im Stück wird wunderbar gezeigt, dass Anne auch irgendwo ein ganz normales Mädchen war. Sie hatte Freunde, nervige Eltern, gute und schlechte Tage sowie alle Gefühle, die jedes Mädchen in ihrem Alter erlebt – auch das fand Platz in ihrem Tagebuch.

Und genau das macht Anne so greifbar für mich. Deshalb sind sie und ihre Geschichte heute immer noch so wichtig.

Anne war ein ganz normaler Mensch, unbeschwert und unschuldig. Anne repräsentiert alle anderen, die der schrecklichen Zeit des Nationalsozialismus zum Opfer fielen. Alle ganz normale Menschen, unbeschwert und unschuldig.